Schachklub Lustenau 1921
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Der Bauer

oDer Bauer ist die schwächste Figur im Schachspiel. Jeder Spieler beginnt mit acht Bauern, die auf der zweiten bzw. siebten Reihe stehen. Trotz seiner Schwäche kann er aber auch entscheidend ins Spiel eingreifen.

Zugmöglichkeiten des Bauern

Der Bauer zieht immer geradeaus. Im ersten Zug kann er wahlweise ein oder zwei Felder ziehen, danach immer nur ein Feld. Der Bauer ist die einzige Figur, die anders schlägt als sie zieht. Er schlägt nämlich jene Figuren, die diagonal vor ihm stehen. Kommt der Bauer bis zur Grundreihe des Gegners, so wird er in eine Figur nach Wahl (außer König) umgewandelt.

Schlagen en passant

En passant heißt auf Deutsch "im Vorübergehen". Steht ein weißer Bauer auf der 5., ein schwarzer auf der 7. Reihe, so kann der weiße den gegnerischen Bauern nach seinem Doppelschritt en passant schlagen. Siehe dazu im zweiten Diagramm den weißen Bauern g5. Weiß könnte in diesem Beispiel, wenn der letzte Zug von Schwarz h7-h5 war, den Bauern nehmen und seinen auf h6 stellen.

Begriffe zum Bauern

Doppelbauer
Doppelbauern stehen hintereinander auf einer Linie. Im rechten Diagramm sind die weißen Bauern auf der A-Linie Doppelbauern.
Einzelbauer / Isolani
Einzelbauern oder auch Isolani genannt, stehen allein auf dem Feld ohne einen Bauern in Reichweite. Der weiße Bauer g5 ist ein Isolani.
Freibauer
Freibauern können nicht mehr von anderen Bauern von der Umwandlung in eine andere Figur abgehalten werden. Der schwarze Bauer h5 im rechten Diagramm ist ein Freibauer.
Gedeckter Freibauer
Zieht Schwarz g7-g6, ist h5 ein gedeckter Freibauer.

Merkregeln zum Bauern

Um das Zentrum abzustützen,
muss man es durch Bauern schützen!

f6 ist doch ein Springerfeld,
wohin man keinen Bauern stellt!
Auch wird der Bauernzug nichts nützen,
will man damit e5 beschützen!

En passant ist doch nicht Pflicht! Winkt kein Vorteil, schlägt man nicht!

Machst du früh dir Eselsohren, gibst du bald dich selbst verloren.

Doppelbauern sind am Rande oftmals wirklich eine Schande!

Spielt der Gegner ein Gambit, nimm nicht jeden Bauern mit!

Wenn der Gegner dir was stiftet,
prüf bei Bauern, ob vergiftet!
Bauern, die vergiftet sind,
lässt man stehn, als kluges Kind!

Spielst du früh auf Bauernrauben, musst du selber früh dran glauben

Ein Bauernopfer ist heller Wahn, schafft er dem Gegner freie Bahn!

Bauern schlagen gern nach innen,
wo sie an Gewicht gewinnen
ist die Linienöffnung wichtig,
ist nach außen schlagen richtig!

Der Isolani sprüht vor Leben,
wenn viele Freunde ihn umgeben,
und in ganz dichtem Kampfgetümmel,
fühlt er sich wie im siebten Himmel!

Die Hängebauern Seit' an Seit' stehen so zum Durchbruch bereit!

Doppel- oder Trippelbauern
stehen nicht stabil wie Mauern -
Bindung gibt’s dazwischen keine,
es sind Stapel loser Steine!

Doppelbauern in Bilanzen zähl: zwei halbe macht 'nen ganzen!

Läuft der Bauer ganz alleine,
braucht er aber flinke Beine,
und befolge treu den Rat,
prüfe vorher das Quadrat!

Und noch eins bedenke mit: Anfangs geht ein Doppelschritt!

Läuft der Bauer mit dem König,
hilft ihm eigne Eile wenig
und er lasse, wie man rät,
Vortritt seiner Majestät!

Schachgebot vorm Einzugsfeld, da ist Patt schon vorbestellt!

Reicht ihr Quadrat schon bis zum Rand, dann sehen beide Bauern Land

Kann das Quadrat sich endlich teilen,
wolln beide Bauern schnell enteilen
nur einen kriegt der König noch
der andere entkommt jedoch!

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